Von den Minis bis zur schwersten Liga der Welt: Robert Schneidewind, Vereinssportlehrer bei den Mecklenburger Stieren, hat mit dem Erwerb der A-Lizenz die Möglichkeit, alle Anforderungsbereiche im deutschen Handball zu trainieren. In die erste Bundesliga wechselt der 38-jährige Schweriner aber nicht. „Ich möchte das neue Wissen in unsere Nachwuchsarbeit einbringen, als Multiplikator für die ehrenamtlichen Trainerkollegen wirken und vor allem junge Handballtalente aus der Region voranbringen.“

Neun Monate lang, von August 2020 bis Mai 2021, drückte Robert Schneidewind die Schulbank. „Es gab insgesamt vier Lehrgänge von jeweils fünf bis sieben Tagen Dauer. Drei fanden in Präsenz statt, einer als Videobesprechung. Zur Theorie kamen praktische Einheiten und natürlich jede Menge Lernen am heimischen PC.“ Die Arbeit mit Spielern und Ball führte den Schweriner am Ende der Ausbildung zum Mentoring beim deutschen Rekordmeister THW Kiel und zur Hospitation beim Zweitligisten in Dessau. Abwehrsysteme standen beispielsweise im Mittelpunkt der Ausbildung mit Rekordnationalspieler Klaus-Dieter Petersen in der Fördestadt. „In Dessau habe ich von Uwe Jungandreas weitere Ansätze hinsichtlich des Führungsverhaltens und des Strategiedenkens auf der Platte mitgenommen.“ In die theoretische Ausbildung brachten sich mit Erik Wudtke, Coach des Junioren-Nationalteams und Co-Trainer der deutschen Elite-Mannschaft, sowie Jochen Beppler, Chef-Bundestrainer Nachwuchs des DHB, wahre Koryphäen des deutschen Handballsports ein. „Das waren schon sehr beeindruckende Erlebnisse“, schätzt Robert Schneidewind ein. Er freut sich über den Wissenszuwachs und ist mächtig stolz, das Prüfungsverfahren erfolgreich absolviert zu haben. „Es war immer mein Ziel, die höchste deutsche Lizenz anzustreben und damit fachlich hochwertigen Input zu bekommen.“

Bereits in die praktische Vereinsarbeit umgesetzt hat Robert Schneidewind das Video-Feedback-Training. „Jetzt möchte ich Stück für Stück die neuen Impulse weitergeben: im taktischen Bereich ebenso wie beim Athletiktraining, in der Spielsteuerung und auch bei eher komplexen Dingen. Es macht viel Sinn, vom Großen ins Kleine zu denken. In der Ausgestaltung dieses Weges sehe ich eine wichtige Aufgabe.“ Profitieren sollen neben den Jungstieren und den Handballtalenten der Region vor allem die ehrenamtlich aktiven Trainerinnen und Trainer. Zusammen mit dem Trainerteam der Schweriner A-Jugend treibt Robert Schneidewind jetzt die intensive Vorbereitung auf die Qualifikation für die Jugendhandball-Bundesliga voran. Im August treffen die Jungstiere auf die Mitbewerber der SG Narva Berlin. „Sollte ins der Sprung nach oben gelingen, spielen wir mit allen Nachwuchs-Mannschaften der Mecklenburger Stiere in der jeweils höchsten Spielklasse. Das wäre ein schöner Lohn für unsere erfolgreiche Jugendarbeit“, so der Vereinssportlehrer. (ba)