Die schriftlichen Prüfungen liegen hinter ihm, die mündlichen stehen noch aus: Mittendrin im Abschluss der zehnten Klasse gönnt sich Bastian Voltin eine besondere Herausforderung. Bis Freitag nimmt der 16-jährige Nachwuchshandballer des Vereins Mecklenburger Stiere Schwerin e.V. an der DHB-Sichtung in Warendorf teil. Er ist einer von nur vier Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern, die jetzt ihr Talent zeigen und sich für eine Nominierung in die Jugendnationbalmannschaft empfehlen können. „Ich möchte dort alles abrufen, was ich kann und zeigen, wie gut die Jugendarbeit in unserem Verein ist“, sagt der stolze Jungstier. Natürlich ist es sein großer Traum, das Nationaltrikot tragen zu dürfen. „Das habe ich mir schon als Kind immer mal vorgestellt.“ Denn Basti spielt schon lange Handball, seit seinem sechsten Lebensjahr. Entdeckt wurde der Linkshänder damals von Olaf Schwenn vom Parchimer SV.

„Das ist schon ein toller Zufall, dass Herr Schwenn heute bei den Stieren auch zu meinen Trainern zählt.“ Ausgebildet wird der 1,90 Meter große halb rechts Spielende von den Trainern Ronald Bahr und Teo Evangelidis sowie Vereinssportlehrer Robert Schneidewind. Aktuell trainiert Basti, der seit zwei Jahren zur Landesauswahl des HVMV gehört, mit den anderen Kaderspielern der Mecklenburger Jungstiere. Für sie ist unter Einhaltung strenger Hygieneregeln das Training möglich. Bis zu acht Einheiten pro Wochen kommen da schnell zusammen. Und wenn gerade mal kein Training angesetzt ist, absolviert der talentierte Jungstier gern mal eine eigene Laufrunde. Oder er schaut Handball und guckt sich als echter Fan des THW Kiel bei seinen Vorbildern Domagoj Duvnjak, Harald Reinkind oder Steffen Weinhold so manches für den Rückraum ab. Denn eines möchte Basti sicher: ein toller Handballer werden. Dafür nutzt der Schüler des Schweriner Sportgymnasiums zum neuen Schuljahr die Möglichkeit, in den gymnasialen Zweig zu wechseln, um sich auf das Abitur vorzubereiten.

„Wir freuen uns sehr, dass trotz des veränderten Modus ein Spieler unseres Vereins geschafft hat, in die Sichtung zu kommen. Alle Jungstiere und Trainer drücken Basti jetzt die Daumen. Wir freuen uns auch, dass bei weiteren Turnieren unter Beobachtung des DHB vielleicht noch weitere Jungs auf sich aufmerksam machen können“, sagt Handballabteilungsleiter Frank Schünemann.  ba